Wallensen, welches bereits im vierzehnten Jahrhundert Stadtrechte bekam, verwandelte sich gemeinsam mit dem Nachbarort Thüste am Pfingstsonntag in ein wahres Paradies für Schnäppchenjäger. Die vierte Auflage des beliebten Stadtflohmarkts lockte eine Besucherzahl im weit vierstelligen Bereich in die beiden Ortschaften. Zeitweise herrschte ein so enormer Trubel, dass beide Orte vollkommen zugeparkt waren. Neben den zahlreichen Autofahrern zog es auch viele Radfahrer in die Region, die das angenehme Feiertagswetter für eine ausgiebige Stöbertour nutzten.
Die Entscheidung der Organisatoren, das Marktgebiet in diesem Jahr auf das Nachbardorf Thüste auszuweiten, erwies sich als voller Erfolg. Insgesamt rund 100 Stände verteilten sich über die beiden Ortschaften bei dem Dorfflohmarkt und luden zum Verweilen ein. Die Aufnahme von Thüste hat sich absolut gelohnt, denn auch dort herrschte reges Treiben auf den Straßen. „Es ist toll, dass Thüste auch integriert wurde und dort mal was los ist“, bekannte eine Thüsterin im Gespräch. Durch die geografische Erweiterung rückte das Vereinsheim des SV Weenzen Thüste Wallensen (WTW) am Thüster Sportplatz in eine sehr zentrale Rolle. Die dort vom Verein aufgebaute große Kaffeetafel wurde zu einem beliebten Anlaufpunkt und zog Scharen von hungrigen und durstigen Gästen an. Hinter den Kulissen gab es in diesem Jahr eine Premiere, denn das Event wurde erstmals in einer Kooperation vom WTW und dem Sozialverband Wallensen auf die Beine gestellt, in den Vorjahren hatte der Sozialverband alleine die Verantwortung gehabt. Der Sozialverband hatte im Vorfeld mit einem technischen Problem bei den Anmeldungen zu kämpfen. Dadurch waren zunächst nicht alle angemeldeten Stände auf der gedruckten Lagekarte erfasst. Bis zum Veranstaltungstag konnte dieser Fehler jedoch bis auf ganz wenige Ausnahmen behoben werden. Auf den digitalen Karten waren schließlich nahezu alle Verkaufsstellen für die Besucher problemlos einsehbar und so zu finden.
In den Höfen, Einfahrten und Garagen der Anwohner wurde fleißig gefeilscht. Viele Einheimische nutzten die Gelegenheit, um Keller sowie Dachböden gründlich zu entrümpeln. Dabei wechselte so manches lang gehütete Schätzchen den Besitzer. Dass die Veranstaltung auf die Pfingstfeiertage fiel, erwies sich als zusätzlicher Besuchermagnet. Zwar bemängelten einige Anwohner im Vorfeld, dass sie aufgrund ihres eigenen Urlaubs nicht aktiv teilnehmen konnten, doch unterm Strich lockte das lange Wochenende deutlich mehr auswärtige Gäste an als gedacht. Einen großen Anteil daran hatten auch die Urlauber vom nahegelegenen Campingplatz am Humboldtsee. Da Pfingsten dort traditionell das Jahreshighlight darstellt und der Platz restlos ausgebucht war, nutzten viele Camper die Gelegenheit für einen Ausflug zum Flohmarkt.
Bei der Kaffeetafel am Sportplatz gerieten die freiwilligen Helfer aufgrund des unerwartet hohen Andrangs zeitweise etwas ins Rotieren. Einig war man sich am Ende aber über den großen Gesamterfolg der Veranstaltung. Ein solches Event ist allerdings nicht für jedes Jahr geplant. Der nächste große Stadtflohmarkt soll frühestens in zwei Jahren wieder stattfinden.